Zappelstrom – was ist das?

Das ist erst einmal ein untechnischer Begriff, der von Befürwortern der Atomenergie geprägt wurde, um die Sonnenenergie und Windkraft zu diskreditieren. Er beschreibt den Umstand, dass Strom aus Sonnenenergie und Windkraft nicht gleichmäßig zur Verfügung steht. Die Atomkraft liefert hingegen gleichmäßig Strom.

Nur – ist eine gleichmäßige Stromproduktion vorteilhaft?

Hätten wir eine gleichmäßige Stromnachfrage, so wäre eine gleichmäßige Stromproduktion perfekt. Jeder weiß jedoch, dass die Nachfrage nicht von Monat zu Monat, von Woche zu Woche, von Tag zu Tag, Tag und Nacht, von Stunde zu Stunde ... gleich ist. Dazu reicht ein Blick auf den eigenen Stromzähler. Deswegen ist auch die gleichmäßige Stromlieferung ein Problem. Bei der Atomkraft kommt noch hinzu, dass ein kurzfristiges Abschalten zur Anpassung an die Nachfrage nicht möglich ist.

Nun liefern Sonne und Wind zwar ungleichmäßig Strom, aber leider auch nicht passend zur Nachfrage. Sonnenenergie und Windkraft haben jedoch den entscheidenden Vorteil, dass die Anlagen jederzeit vom Netz genommen werden können. Das lässt sich auch oft beobachten. In einem Windpark laufen nicht alle Windmühlen, obwohl der Wind für alle gleichermaßen bläst. Die Stromproduktion kann so dem Bedarf angepasst werden.

FlexStrom wäre also die bessere Bezeichnung – der Strom aus Sonne und Wind zappelt nämlich nicht, sondern kann flexibel produziert werden.

Trotzdem stellt sich beim Umstellen der Stromgewinnung auf erneuerbare Energien ein Problem. Da Sonne und Wind nicht gleichermaßen über das Jahr zur Verfügung stehen, sind ohne Speicherung überschüssigen Stroms  erhebliche Überkapazitäten notwendig, um die Nachfrage über das ganze Jahr zu decken. Wirtschaftlicher ist es,  überschüssigen Strom nicht durch Abschalten zu vernichten, sondern zu speichern. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten – die altbewährten Pumpspeicherwerke, Batterien und das Power-to-Gas-Verfahren.

Die Zwischenspeicherung wäre natürlich auch eine Möglichkeit, die gleichmäßige Stromproduktion aus Atomenergie an die ungleichmäßige Nachfrage anzupassen. 

Danach könnte der Strom auch aus Atomkraft gewonnen werden. Da Strom aus erneuerbarer Energie – insbesondere Windkraft, aber auch Sonnenenergie – inzwischen günstiger zu produzieren ist als Atomstrom, bietet sich dies bereits aus wirtschaftlichen Gründen nicht an. Bei den Atomreaktoren der Generation IV (Flüssigsalzreaktor ...) lassen sich die Kosten noch gar nicht ermitteln, da sie erst erforscht werden.

Da wären dann jedoch noch weitere Aspekte wie die ökologischen und gesundheitlichen Risiken sowie die Ästhetik zu betrachten. Dazu mehr unter: Erneuerbare Energien oder Atomkraft?