Was das alles kostet!

Ja – die Umweltkosten sind gewaltig. Die Folgekosten unseres die Umwelt zerstörenden Wirtschaftens sind schon jetzt sehr hoch – von der Aufbereitung des Trinkwassers, der Aufforstung der Wälder bis zur Erhöhung der Deiche ... . Sie werden ins Unermessliche steigen, wenn wir nicht in die Zukunft investieren.

Wir hören nur, dass es nicht bezahlbar ist, zu teuer ... Und es wird immer über Kosten geredet, dabei geht es meistens um Investitionen. Investitionen in Energiegewinnungsanlagen, in den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, in neue Formen der Landwirtschaft, in Gebäude ...

Wer nur von Kosten redet, ist dem alten Denken der kameralistischen Haushaltsführung verhaftet – es gibt nur Einnahmen und Ausgaben. Wenn ich investiere, dann schaffe ich Werte.

Entscheidend ist dann, ob sich die Investition rechnet.

Die Energiewende bspw. bedeutet, dass wir in andere Energiegewinnungsanlagen investieren – nicht mehr in Kohle-, Erdöl- oder Gaskraftwerke, sondern in Windmühlen, PV-Anlagen. Es kommt dann darauf an, zu welchen Kosten ich die Energie produzieren kann und welche Kosten ich dabei berücksichtige. Berücksichtige ich nur die reinen Gestehungskosten, so ist die Stromgewinnung aus Windkraft oder Sonne inzwischen sogar günstiger als die aus fossilen Brennstoffen und auch Atomenergie. Nimmt man die jederzeitige Verfügbarkeit in der nachgefragten Menge hinzu, so sind die Kosten der Speicherung und eines Energiemanagements mit zu berücksichtigen. Daneben sind dann noch die Umweltkosten und der Ressourcenverbrauch zu betrachten. Gerade Letzteres wird bisher gern ausgeklammert, zumal sich die Umweltkosten schwer ermitteln und direkt zuordnen lassen sowie die Ressourcen als unendlich unterstellt werden. Beides wird auch als von den nachfolgenden Generationen zu lösendes Problem angesehen.

Bevor verschiedene Varianten verglichen werden können, ist allerdings zu klären, ob eine bestimmte Variante überhaupt umsetzbar ist. In welchem Umfang ist es realisierbar, Energie aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, in welchem Umfang aus fossilen Energieträgern. Bezüglich der erneuerbaren wird dies in Frage gestellt, obwohl Sonnenkraft und Wind in nahezu unbegrenztem Umfang zur Verfügung stehen. Bei fossilen Energieträgern wird diese Frage hingegen gar nicht gestellt, obwohl die zerstörerischen Folgen weiterer Treibhausgas(THG)-Emissionen seit langem bekannt sind.

Unter dem Blickwinkel der Begrenzung der THG-Emissionen bis auf Null scheiden neue Investitionen in die Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen von vornherein aus.

Geht es also nur um Investitionen?

Echte Kosten entstehen allerdings dann, wenn sich jetzt herausstellt, dass bisherige Investitionen im Hinblick auf die Begrenzung der THG-Emissionen nicht mehr genutzt werden können. Das betrifft Kraftwerke, Straßen, Gebäude ... . Seit mindestens 30 Jahren wissen wir, dass die THG-Emissionen die Existenz der Menschheit gefährden, wie der „Dritte Bericht der ENQUETE KOMMISSION – Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ an den Bundestag vom Mai 1990 zeigt. Die in dieser Zeit gemachten klimaschädlichen Investitionen sind danach klare Fehlinvestitionen, da die Nutzungsdauer deutlich länger ist als unser Treibhausgas-Budget dies ermöglicht.

Fazit

Kosten entstehen also nicht dann, wenn wir jetzt zukunftsfähig investieren, sondern dann, wenn wir in überholte Technik investieren. Jedes Gebäude mit unzureichendem Energiestandard, jede Autobahn, jede Anlage zur Energiegewinnung aus fossilen Energieträgern und zu deren Transport ... ist eine Fehlinvestition.

Was uns die vergangenen und noch immer fortgesetzten Fehlinvestitionen kosten!? Dazu kommen noch die fehlgeleiteten Subventionen in klimaschädliche Investitionen und eine klimaschädliches Wirtschaften.