Welchen Nutzen haben Klimamodelle?

Mit Modellen soll die Zukunft abgebildet werden. Dies ist umso genauer je näher die Zukunft ist. Wir kennen Modelle bereits seit langem aus dem täglichen Wetterbericht und wissen, dass dieser immer genauer geworden ist. Genauso gibt es bereits seit langem Klimamodelle und die sind auch immer genauer geworden. Sie beruhen auf Daten der Vergangenheit, aus denen Rückschlüsse auf die Zukunft gezogen werden. Mit Ihnen lässt sich aber auch nachweisen, dass die Erderwärmung der Vergangenheit auf die menschlichen Treibhausgas-Emissionen zurückzuführen ist.

Welche Erkenntnisse ergeben sich für die Zukunft?

Wir wissen vom Wetterbericht, dass es kaum gelingt, das Wetter über zwei Wochen hinaus vorherzusagen. Allerdings sollen auch ganz konkrete Informationen für jeden einzelnen Ort der Welt geliefert werden.

Klimamodelle haben sich zunächst auf globale Phänomene bezogen und versuchen immer mehr Voraussagen über die Entwicklung des Klimas in einzelnen Regionen zu treffen. Obwohl immer mehr Daten aus der Vergangenheit ermittelt werden konnten und die Rechnerleistung immer größer geworden ist, bleiben erhebliche Unsicherheiten in der Prognose.

Sind die Klimamodelle wegen der bestehenden Unsicherheiten nichts wert?

Sie zeigen uns die bestehenden Risiken auf und die sind gewaltig. Im Gegensatz zum Wetterbericht ist eine korrekte Vorhersage nicht das Ziel, vielmehr geht es um die Frage: Was passiert, wenn ... ? Dabei steht die Frage im Vordergrund, welche Folgen entstehen, wenn die vom Menschen gemachten Emissionen von Treibhausgasen fortgesetzt werden und zwar in Abhängigkeit von der Höhe der Emissionen.

Unsicherheiten bestehen in der Bestimmung von Art und Ablauf der Veränderungen. Dass die durch Treibhausgase veranlasste extrem schnell zunehmende Erwärmung Veränderungen herbeiführen wird, die ein Überleben der Menschheit kurz-, mittel- oder langfristig unmöglich machen, ist nahezu sicher. Viele Menschen sind durch die in der Vergangenheit vorhergesagten Extremwetterereignisse, Dürren, Hitzewellen, Fluten, Megafeuer ... schon jetzt betroffen. Wir sollten die Wissenschaft deshalb ernst nehmen. Denn die Vorhersagen beruhen auf physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Und die Wissenschaft sagt uns auch, wo die Unsicherheiten liegen. Das ist keineswegs beruhigend. Die Wissenschaft weiß nicht, wann sich die Erwärmung durch Rückkopplungseffekte verselbständigt oder Kipppunkte des Klimas mit irreversiblen Folgen überschritten werden. Mit jedem Grad mehr steigen diese Risiken exponentiell.

Daneben bleiben auch die Unsicherheiten aus zukünftigen natürlichen Phänomenen wie der Sonnenaktivität oder Vulkanausbrüchen. Mit diesen Unsicherheiten müssen wir leben, da wir sie nicht beeinflussen können. Entscheidend bleibt deshalb, welche Ursachen der Mensch mit welchen Folgen selbst setzt – welche Risiken durch unser Handeln entstehen, und dafür geben uns die Klimamodelle Antworten.

Fazit

Klimamodelle helfen uns die Risiken einer durch weitere Treibhausgas-Emissionen bewirkten Erderwärmung abzuschätzen – und die sind gewaltig.

Wegen der Unsicherheiten solcher Modelle und der die Menschheit bedrohenden Risiken stellt sich die Frage:

Was müssen wir tun und in welchem Verhältnis steht es zu den dadurch vermiedenen Risiken?