PM 2008-46: Wählervereinigung outet sich
Mittwoch, 17. Dezember 2008
40 Mitgliedern und Sympathisanten der Wählervereinigung ARBEIT, FAMILIE, VATERLAND - LISTE HENRY NITZSCHE e.V. war am vergangenen Samstag der Weg nach Köln nicht zu weit, um gegen eine vermeintliche „Moslemflut" in Deutschland zu demonstrieren. Die meisten Kölner ließ das hingegen völlig kalt. Sie kommen ganz gut mit ihren islamischen Mitbürgern zurecht. Nur wenige konnten sich für das weltfremde Anliegen der oberlausitzer Rechtspopulisten erwärmen, die mit einem Plakat „Sachsenmut gegen Moslemflut" Stimmung gegen Muslime machten.
War es bisher nur dem Vorsitzende der Wählervereinigung, der mit rechtslastigen Sprüchen gegen muslimischen Mitbürgern wetterte, so scheint sich diese Einstellung auch auf seine Anhänger ausgeweitet zu haben. Anscheinend ist es im ländlichen Raum Ostdeutschlands besonders einfach, die Angst gegen alles Fremde zu schüren. Nur so ist zu erklären, dass Nitzsche mit Themen wie dem „menschenfressenden Wolf", der „überschwemmenden Moslemflut", kriminellen Ausländern und anderen Schauermärchen Politik macht. Mit Arbeit und Familie, wie es aus dem Namen seiner Wählervereinigung hervorgeht, hat dies allerdings wenig zu tun. Wichtiger ist ihm der völkische Gedanke, ganz im Sinne der NPD, die ihn offen unterstützt.
Besonders pervers, dass die Demonstranten aus der Lausitz „Wir sind das Volk" skandierten. Sollten diese älteren Herrschaften doch wissen, dass wer Fremdes und Neues fürchtet, sich auf den Weg in einen totalitären Staat begibt. „Es war doch gerade die Abschottung nach Außen in der DDR, durch die ein Grundstein für den heutigen Rassismus und Nationalismus in Ostdeutschland gelegt wurde", ist sich Susanne Wittmann-Beschel sicher.
„Nitzsche blamiert nicht nur sich und seine Wählervereinigung, wenn er nach Köln fährt um die deutsche Kultur zu retten, sondern die Oberlausitz gleich mit. Wer ihn nur für einen rechten Sprücheklopfer hält, dem sollten spätestens jetzt die Augen aufgehen. Er genießt die Unterstützung der NPD, nicht nur bei seiner Kandidatur zum Ausländerbeauftragten – und das vor dem Hintergrund des aktuellen Polizistenattentats in Passau und der neuerlichen Forderungen nach einem Verbot dieser verfassungsfernen Partei", so die Vorsitzende des Grünen im Landkreis Bautzen, Susanne Wittmann-Beschel.
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