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Pulsnitz: größte Genmais-Flächen Sachsens angemeldet

Weichert: Wer keine genmanipulierten Pflanzen vor der Haustür will, muss sich dagegen wehren

Dresden/Bautzen: Kurz vor der Aussaat 2009 wurde in Deutschland die EU-weite Zulassung für Bt-Mais MON810 ausgesetzt. Dennoch haben mehrere sächsische Landwirte wieder Flächen für den Anbau des Genmaises beim Standortregister des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angemeldet. Dort werden die Meldungen derzeit "unter Vorbehalt" entgegen genommen.

 

Michael Weichert, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion hat nachgerechnet: "Aktuell handelt es sich sachsenweit um 550 Hektar Fläche, auf der Landwirte Genmais der Sorte Mon810 anbauen wollen. Damit ist Sachsen bundesweit trauriger Spitzenreiter, denn insgesamt wurden in Deutschland etwas über 1000 Hektar angemeldet."

Michael Weichert MdL

Pressemitteilung BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag

Datum: 16.02.10


GRÜNE: Pulsnitz: größte Genmais-Flächen Sachsens angemeldet

Weichert: Wer keine genmanipulierten Pflanzen vor der Haustür will, muss sich dagegen wehren
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Dresden/Bautzen: Kurz vor der Aussaat 2009 wurde in Deutschland die EU-weite Zulassung für Bt-Mais MON810 ausgesetzt. Dennoch haben mehrere sächsische Landwirte wieder Flächen für den Anbau des Genmaises beim Standortregister des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angemeldet. Dort werden die Meldungen derzeit "unter Vorbehalt" entgegen genommen.

Michael Weichert, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion hat nachgerechnet: "Aktuell handelt es sich sachsenweit um 550 Hektar Fläche, auf der Landwirte Genmais der Sorte Mon810 anbauen wollen. Damit ist Sachsen bundesweit trauriger Spitzenreiter, denn insgesamt wurden in Deutschland etwas über 1000 Hektar angemeldet."

Laut Weichert stammen die meisten Anmeldungen aus der Umgebung von Pulsnitz. Geht es nach dem Willen einiger Landwirte, könnten dort bald auf 142 Hektar genmanipulierte Maispflanzen wachsen.

"Die Bevölkerung sollte sich dagegen wehren, hier zu Versuchskaninchen gemacht zu werden. Die Risiken des Anbaus von MON810 für die menschliche Gesundheit und die Umwelt wurden bisher nicht ausreichend untersucht. Noch immer gibt es konkrete Hinweise auf eine Gefährdung von Bienen, von nützlichen Insekten und der Ökologie von Gewässern. Auch zur Gefährdung der Gesundheit liegen neue Studien vor, die zeigen, dass der gentechnisch veränderte Mais dazu beitragen kann, Immunkrankheiten auszulösen."


Hintergrund:
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Im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind alle Flächen verzeichnet, auf denen Gentechnik-Pflanzen angebaut werden (sollen). Das gilt für den kommerziellen Anbau und für die Forschung. Grundlage für die Angabe der Standorte ist das Gentechnikgesetz.

Im Standortregister kann jeder einsehen, wo welche Pflanze freigesetzt bzw. angebaut wird oder werden soll sowie deren gentechnisch veränderten Eigenschaften. Das Standortregister ist über den Internetauftritt des BVL öffentlich zugänglich. Während der kommerzielle Anbau 3 Monate vorher angezeigt werden muss, sind bei Forschungsfreisetzungen erst 3 Tage vor der Aussaat im Standortregister verzeichnet.

Dieses Jahr sind deutschlandweit 2.650 Hektar weniger Anbauflächen im Standortregister eingetragen als noch im Vorjahr. Grund dafür ist das Anbauverbot für den Gen-Mais MON810. Ilse Aigner beschloss das Anbauverbot im April 2009, weil es Zweifel an der Sicherheit des Gen-Maises gibt. Trotz dieses Verbotes können Landwirte unter Vorbehalt den Anbau anmelden.

http://apps2.bvl.bund.de/stareg_web/showflaechen.do

http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/anbau_genpflanzen/gen_mais_anbau_in_deutschland_2010

http://www.risikoregister.de/gvo/anbau_gentechnikmais_2010.php

 

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Jens Bitzka
Redaktion www.gruene-bautzen.de