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Jens Bitzka

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Leserbrief Rentsch / Kirchhübel: Landwirtschaftsminister Kupfer diffamiert Gentechnik-Kritiker

Für den Anbau von genmanipulierten Pflanzen in Sachsen wird von Landwirtschaftsminister Kupfer die wachsende Weltbevölkerung ins Feld geführt? Die Schließung von staatlichen Schulen in Sachsen ist dem Rückgang der sächsischen Bevölkerung geschuldet!?

Kein Vergleich? Und ob! Es gibt für alles eine Erklärung, die Bürgerinnen und Bürger müssen nur "fressen" was ihnen aufgetischt wird. Einige Politiker haben wohl ganz vergessen, dass die Sachsen durchaus intelligent sind und gute Hausmannskost von Tütensuppe unterscheiden können. Hier wird wieder mal etwas schön geredet, was in Wahrheit hässlich ist.

Leserbrief an die SZ (12.02.) zur nachfolgenden Pressemitteilung:

Für den Anbau von genmanipulierten Pflanzen in Sachsen wird von Landwirtschaftsminister Kupfer die wachsende Weltbevölkerung ins Feld geführt?  Die Schließung von staatlichen Schulen in Sachsen ist dem Rückgang der sächsischen Bevölkerung geschuldet!?

Kein Vergleich? Und ob! Es gibt für alles eine Erklärung, die Bürgerinnen und Bürger müssen nur "fressen" was ihnen aufgetischt wird. Einige Politiker haben wohl ganz vergessen, dass die Sachsen durchaus intelligent sind und gute Hausmannskost von Tütensuppe unterscheiden können. Hier wird wieder mal etwas schön geredet, was in Wahrheit hässlich ist.

Zum Thema: Erhöhung der Produktion! Trinkt die wachsende Weltbevölkerung eigentlich keine Milch oder warum sind die Milchpreise im Keller? Weil zu viel produziert wird -  also, ab ins Meer damit?

Die sächsischen Bauern kommen auch ohne Genmais über die Runden. Früher und auch heute können sie die Erträge durch das Wechseln der Fruchtfolgen halten.

Wie hoch der Schaden durch Gentechnik für die Umwelt sei kann bzw. wird, lässt sich nur erahnen (lt. Aussage von Wissenschaftlern).

Annemarie Rentsch Königswartha / Gerd Kirchhübel Pulsnitz *

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Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag
Pressesprecher Andreas Jahnel, Tel. 0351-493 48 11
Bernhard-von-Lindenau Platz 1, 01067 Dresden
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Pressemitteilung


Nr.: 21/2010
Datum: 29.01.10

Landwirtschaftsminister Kupfer diffamiert Gentechnik-Kritiker
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Weichert: Landwirtschaftsminister sollte künftig mit Argumenten statt mit Anfeindungen und Phrasen aufwarten
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Dresden. Auf der gestrigen Veranstaltung in Dresden "Biotech meets Public" von Biosaxony, einer Initiative des Freistaates Sachsen zur Förderung der Biotechnologie, heizte Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) die Stimmung an.
In seiner Begrüßungsrede hielt er den zahlreich erschienenen Kritikern der Agro-Gentechnik vor, eine sachliche Debatte zu verweigern. Stattdessen schürten sie unbegründete Skepsis gegenüber der Agro-Gentechnik. Dies habe dazu geführt, dass diese in Sachsen bisher nur eine untergeordnete Rolle spielen würde. Es sei töricht, so der Landwirtschaftsminister, der zugleich Umweltminister des Freistaates ist, auf die Genmanipulation von Pflanzen zu verzichten. Er begründete dies mit der wachsenden Weltbevölkerung und deren Ernährung.

"Landwirtschaftminister Frank Kupfer ist für alle 6.960 landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen verantwortlich und nicht nur für die 10 Landwirte, die in der Vergangenheit auf Agro-Gentechnik setzten", kommentiert Michael Weichert, landwirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. "Das sollte er sich endlich einmal vor Augen halten."

"Die deutlichen Bemühungen des Veranstalters, eine sachliche Debatte zu führen, was sich u. a. im Vortrag von Dr. Marc Struhalla, Geschäftsführer der Leipziger c-LEcta GmbH widerspiegelte, machte Minister Kupfer mit seiner Polemik zunichte. Es zeugt von mangelndem Selbstvertrauen und Fachwissen, dass er Fragen zu seinem Vortrag entweder nicht zuließ bzw. eine Antwort gänzlich schuldig blieb", so Weichert.

Auf die Frage aus dem Publikum, warum gentechnikfrei arbeitende Betriebe die Mehrkosten für Analysen tragen müssten, mit denen sie nachweisen, dass ihre Produkte gentechnikfrei sind, antwortete Kupfer zynisch: <<Das ganze Leben kostet.>>

"Tiefer kann des Gesprächsniveau kaum noch sinken", ist Weichert entsetzt. Er fordert Landwirtschaftsminister Kupfer auf, "auf den Boden von Fakten und Tatsachen zurückzukehren und künftig mit Argumenten statt mit Anfeindungen und Phrasen aufzuwarten. Dazu gehört auch, wissenschaftliche Ergebnisse zur Kenntnis zu nehmen, die nicht den eigenen Standpunkt stützen."

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* Annemarie Rentsch ist Kreisrätin für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Gerd Kirchhübel ist Parteimitglied


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Jens Bitzka
Redaktion www.gruene-bautzen.de