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Aktuelle Schafrissen in Cunnewitz - GRÜNE warnen vor hysterischer Debatte - Etwa 50 Risse bei 15.000 Schafen in den Gebieten der Wolfsreviere im Jahr 2013

Wolfram Günther, MdL

Günther: Fördermöglichkeiten bei Entschädigungen und Mindestschutz sind geklärt

Dresden. Zu den aktuellen Schafrissen in Cunnewitz in der Lausitz erklärt der umweltpolitische Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion Wolfram Günther:

"Ich warne davor nach den aktuellen Rissen jetzt wieder eine hysterische Debatte um den Wolf zu starten. In Sachsen gibt es ausreichend Raum für beide: Schaf- und Ziegenhalter und Wölfe."

"Die Fördermöglichkeiten wie im aktuellen Fall sind geklärt. Sachsen geht hier mit gutem Beispiel voran. Wir GRÜNEN haben seit langem gefordert, dass die Schäfer im Falle eines Wolfsschadens zu hundertprozentig entschädigt werden. Dies war vor kurzem noch nicht der Fall. Wir sind sehr froh, dass unser Vorschlag mittlerweile umgesetzt wurde."

"Damit Rissschäden gefördert werden können, muss allerdings ein Mindestschutz vorhanden sein. Auch hier hat sich die Förderung verbessert."
"Die Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterbändern und Herdenschutzhunden in Sachsen wird vom Freistaat mit bis zu 80 Prozent der Kosten bezuschusst. Die restlichen zusätzlichen 20 Prozent übernimmt zwei Jahre lang die Heinz-Sielmann-Stiftung. Grundsätzlich geht der Freistaat bisher den richtigen Weg im Umgang mit der Wiederansiedlung des Wolfes. Eine ausreichende Förderung ist entscheidend, da bei der Tierzucht von Schafen und Ziegen nur recht bescheidene Gewinnspannen zu verzeichnen sind. Gerade diese Tierrassen leisten oft einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege. Deshalb soll kein Tierhalter wegen finanzieller Mehrbelastung für den Wolfsschutz in Schwierigkeiten geraten", sagt der Umweltpolitiker.

"Viel zu oft werden allerdings beim Thema Wolf Ängste in der Bevölkerung bedient, sogar zusätzlich geschürt. Die Schauergeschichten der Gebrüder Grimm spuken immer noch durch unser kollektives Unterbewusstsein. Es lässt sich jedoch klar feststellen, dass der Wolf jenseits der Märchenwelt kein ernsthaftes Problem ist."

"Es ist falsch, dass die sächsischen Wolfsbestände mit ca. 20 bis 30 Erwachsenen und ähnlich vielen Jungtieren eine flächendeckende Bedrohung für den Schafbestand des Landes darstellen würden. Hier hilft ein Blick auf die Fakten: Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2014 in ganz Sachsen ca. 70.000 Schafe gehalten und davon 11.200 geschlachtet. In den Gebieten der Wolfsreviere wurden etwa 15.000 Schafe gehalten. Dem stehen im Jahr 2014 nach Angaben des Kontaktbüros "Wolfsregion Lausitz" ca. 90 Risse durch den Wolf in Sachsen entgegen. Für den Schadenausgleich von Rissen bzw. nicht auszuschließenden Schadensereignissen durch den Wolf wurden in Sachsen von 2002 bis 2014 insgesamt ca. 50.000 Euro an Tierhalter ausgezahlt. Das sind nicht einmal 5.000 Euro Schadenssumme pro Jahr. Angesicht dieser Zahlen kann man sich über die teilweise hysterisch geführte Debatte nur wundern", erklärt Günther.

Die Ausgaben für den präventiven Herdenschutz lagen von 2002 bis 2014 insgesamt bei ca. 200.000 Euro.

>> Schadensstatistik Wolfsrisse Sachsen des Kontaktbüros Wolfsregion Lausitz:
http://www.wolfsregion-lausitz.de/index.php/schadensstatistik

>> Viehbestände im Freistaat Sachsen:
http://www.statistik.sachsen.de/html/507.htm

>> Geschlachtete Tiere im Freistaat Sachsen nach Tierarten:
http://www.statistik.sachsen.de/download/050_W-Land-Forstwirt/Tab_Geschlachtete_Tiere.pdf

 

Quelle: Pressemitteilung Landtagsfraktion